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Tönchen und Blümchen
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Tönchen und Blümchen
Tönchen und Blümchen2

Blümchen wachsen aus der Bettdecke, und das kleine Tönchen klingelt ungläubig.

Vor langer langer Zeit gab es echte Seide und Satin, Girlanden und goldene Fäden. Und Regen fiel vom Himmel
Die Bettchen der Prinzchen erinnern noch heute an diese Zeiten.
Die tiefen Bettchen mit den Deckchen und den bunten Blumen darauf. Diese lange lange Zeiten vor langer Zeit.
Prinzzzi kicherte in seine Decke mit seinen Blümchen hinein. Nein er lachte laut! Nein er schrie fast vor lauter Lachen!
Und warum?
"Das weiß ich doch nicht!", rief Prinzzzi.
"Ich krieche mit meinem Krönchen drei Tönchen nur unter die Decke hinein, damit niemand erschrickt, wenn ich so laut lachen muss. Denn wenn jemand erschrickt, dann fällt er aus seinem Bettchen und reibt sich die Äugelein. Und frägt sich: 'Warum warum, liege ich da auf dem Boden?'

Prinzzzi lachte und lachte und wurde müde und müder. Vor lauter Lachen schlief Prinzzzi schließlich unter seiner Decke ein. Mitsamt seinem Krönchen mitsamt seinen drei Tönchen.

Doch eines der drei Tönchen wollte nicht so recht einschlafen.
"Warum bloß sehen diese Blümchen auf der Bettdecke aus wie Blumen?"
So grübelte das kleinste, das leiseste Tönchen vor sich hin.
"Das ist doch eine Decke, und aus Decken heraus wachsen doch gar keine Blumen!"
Doch es bekam keine Antwort. Denn Prinzzzi schlief schon längst. Ganz tief und fest. Und auf dem Kopf trug Prinzzzi sein Krönchen. Das Krönchen hatte drei Zipfel. An jedem der Zipfel hing ein Glöckchen. Und jedes Glöckchen hatte ein Tönchen.
Klingelingeling das erste Tönchen.
Klingelingeling das zweite Tönchen.
Und wer fehlte da?
Klingelingeling das dritte Tönchen.
Komplett.

Das dritte Tönchen wollte nicht schlafen.
Wie kommen die Blümchen auf die Bettdecke? Wie kann das geschehen?
Nein! Das kann nicht sein! Die Blümchen lassen ihre gelben Blüten doch draußen auf der Wiese tanzen, das Deckchen jedoch liegt einfach so da in seinem Bettchen!
Wie kommen die Blümchen auf die Bettdecke!
Das dritte Tönchen schüttelte sich vor lauter Aufregung!
Klingelingeling!
Das dritte Tönchen war ganz außer sich und schüttelte sich und klingelte und bimmelte.
Klingelinge lingeling!
Die Blümchen auf dieser Bettdecke duften ja nicht mal! Die duften ja nur nach dem lauten Schnarchen von meinem Prinzzzi! Brrr brrr brrr!
Das dritte Tönchen war ganz außer sich und gellte und schellte und schallte!
Klinge lingelinge linge lingelinge ling!

Klingelinge lingeling! Wer hat mich aufgeweckt?


Und plötzlich hörte Prinzzzi auf zu schnarchen. Mit einem Satz war er aus dem Bett und auf den Beinen, sodass die drei Tönchen auf seinem Krönchen drei Tönchen nur so klingelingelingelten.
"Wer klingelingelt denn so laut unter meinem Deckchen?", fragte Prinzzzi.
Aber nichts war zu sehen.
"Wer klingelingt? Wer weckt mich auf?"
Aber nichts war zu hören.
Doch, jetzt, ganz leise, ein Flüstern.
Wo kam das her?
'Das kommt doch direkt von meinem Kopf da oben', dachte Prinzzzi.
"Ich habe dich aus dem Schlaf geläutet, weil ich etwas wissen wollte", hörte es Prinzzzi von seinem Kopf da oben herab säuseln.
'Das ist doch sehr gespenstisch', dachte Prinzzzi.
Doch als zu dem Wispern ein sanftes leises Glockentönchen  mitschwang, da wusste er sofort, woher der Wind wehte.
"Kleines Tönchen auf meinem Krönchen drei Tönchen, wo drückt der Schuh?"
Das kleine Tönchen musste wieder nachdenken.
'Welcher Schuh?'
Prinzzzi versuchte es nochmal:
"Kleines Tönchen auf meinem Krönchen drei Tönchen, welche Maus ist dir über die Leber gelaufen?"
Doch das kleine Tönchen wurde noch kleiner und musste wieder nachdenken.
'Welche Leber? Warum Maus?'
Das war alles ein wenig zuviel für das arme Tönchen.

Welche Maus ist die über die Leber gelaufen?


"Es waren doch nur die Blumen!", rief es verzweifelt,
"nur die Blümchen auf dem Deckchen, kleine Fleckchen auf dem Deckchen! Kein Mäuschen, kein Fläuschen!"
Prinzzzi musste sich sehr anstrengen, um seinen Prinzenkopf einigermaßen ruhig zu halten, denn das kleine Tönchen auf seinem Krönchen drei Tönchen wirbelte so wild im Kreis herum, dass der ganze Prinzzzi so hin und her wackelte wie ein gackeliger Hühnerkamm auf dem Kopf einer gackernden Henne.
Gaa gaagagag.



 
 
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