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Prinzzzi saß Stunden und Tage an seinem Fenster und vergaß die Welt um ihn herum.
Die Königinnen und Prinzen beobachteten die Sonne auf ihren Wegen. Und weil die Wege der Sonne immer die gleichen waren, beschlossen sie, sich in ihrem königlichen Dasein nach der Sonne zu richten.
Es war einmal eine große helle Sonne. Die ging einmal auf, schien dann auf die Erde herab, und ging dann wieder unter. So machte sie es, immer wieder. Wenn die Sonne am Himmel stand, war es licht auf der Erde, wenn sie untergegangen war, wurde es finster.
Sobald die Sonne aufgegangen war, gingen die Äuglein auf.
Viel viel später, da war die Sonne schon tausend und abertausend Mal aufgegangen, wachte Prinzzzi auf.
"Ahhh!" Er reckte und streckte und schüttelte sich. Sein Krönchen drei Tönchen schüttelte sich mit.
'Klingelingeling.'
"Marmelade!", rief Prinzzzi in froher Erwartung.
Das rief er immer, wenn die Sonne aufging.
Vor langer Zeit ging die große helle Sonne auf. Alle Prinzen und Königinnen, alle Könige und Prinzessinnen, und alle Wauzzzihunde öffneten die Äuglein. Dann aßen sie Marmelade oder Äpfel. Alle hatten ihr Dasein dem Lauf der Sonne angepasst. Und mit vollen Mündern wurde beschlossen, das fröhliche Treiben bei Sonnenaufgang als Morgen zu bezeichnen, und das Essen als Frühstück.
"Guten Morgen! Wo ist meine Marmelade!" Prinzzzi liebte Marmelade. Er setzte sich an den Frühstückstisch und wunderte sich, dass noch niemand da war. Niemand war da, selbst Hund Wauzzzi hüpfte nicht sein übermütiges Morgentänzchen durch den Raum.
Als vor langer langer Zeit die Sonne längst aufgegangen war, beschlossen alle Prinzen und Königinnen, dem Lauf der Sonne nicht nur den Morgen und das Frühstück, sondern noch viele viele andere Dinge folgen zu lassen. Sie erfanden den Tag für die Zeit des Sonnenscheins und die Nacht für die Zeit der Dunkelheit. Sie erfanden den Mittag für die Mitte des Tages und die Mitternacht für die Mitte der Nacht. Und Vormittag und Nachmittag und Abend.
Wenn die Sonne recht müde war und gar nicht hoch auf den Himmel steigen wollte, blieb es kalt in den Königreichen. Die Kronen und Krönchen wurde tiefer ins Gesicht gezogen, die Mäntelchen zugeknöpft. Sonst fror man jämmerlich.
"Wir nennen die kalten Tage Winter", beschlossen die Königinnen.
Wenn die Sonne aber gut aufgelegt war und ganz hoch auf den Himmel kletterte und in voller Pracht auf die saftig grünen Wiesen herabblickte, wurden die Mäntelchen abgeworfen. Die Prinzen beschlossen,
"Wir nennen die heißen Tage Sommer."
Frühling Sommer Herbst Winter, Januar Februar März, Montag Dienstag Mittwoch, ein Uhr zwei Uhr drei Uhr.
Warum ist denn niemand da?
"Marmelade!" Niemand hörte Prinzzzi.
"Warum ist denn niemand da?" Prinzzzi blickte verdutzt im Keis herum. Keine Marmelade, keine Königin, kein Hund eWauzzzi, niemand da. Er öffnete das hohe Prinzenfenster und rief hinaus:
"Marmelade!"
Plötzlich öffnete sich die Tür.
"Alles Gute zum Geburtstag lieber Prinzzzi!"
Voran breschte Wauzzzi, hüpfte Prinzzzi direkt in die Arme und bellte:
"Wau wau wauzzzi!"Dann schleckte er Prinzzzi ab, von einem Ohr zur Nase, von der Nase zum anderen Ohr, und wieder zurück. Prinzzzi freute sich.
Jetzt kamen auch die anderen heran, Prinzessin Linden, Prinz Baum, die Königin, der König, und alle anderen.
"Hier ist deine Marmelade", lächelte die Königin.
"Und weil du heute Geburtstag hast, bekommst du auch ein Geschenk."
"Danke." Jetzt war Prinzzzi ganz glücklich. Eben noch war niemand da, und jetzt standen alle um ihn herum und beglückwünschten ihn. Geburtstag. Ja.
Wo die Sonne auch gerade war, immer konnte man sagen, wann man gerade war. In welcher Zeit man gerade war. Kalte Sonne, jetzt ist es Winter. Keine Sonne, jetzt ist es Nacht. Heiße Sonne, Sommer. Untergehende Sonne, Abend.
Nach dem Winter kam der Frühling, dann der Sommer, dann der Herbst. Und dann? Wurde es wieder kalt. Schon wieder Winter? Ja! Ein Jahr war vergangen. Und wenn der nächste Winter kommt, ist wieder ein Jahr vergangen.
"Einmal im Jahr habe ich Geburtstag", grinste Prinzzzi. Er hatte vergessen, dass es schon wieder soweit war. Ein kleines Geschenkpäckchen, das er jetzt in der Hand hielt. So groß wie eine Maus. Aber eine Maus läuft über die Wiese und sitzt nicht in einem Päckchen.
"Keine Maus." Prinzzzi lachte. Alle nickten. Nur Wauzzzi schüttelte sich.
Prinzzzi zog eine wunderschöne Uhr hervor.
Prinzzzi öffnete das Päckchen und zog eine wunderschöne Uhr hervor. Eine silberne Armbanduhr mit Brillanttröpfchen an den Zeigerspitzen.
"Oh wie fein!", trällerte Prinzzzi,
"eine Uhr eine Uhr! Uhren lesen kann ich schon!"
Über die schöne Uhr vergaß Prinzzzi ganz und gar seine Marmelade, und vergaß auch Wauzzzi und Prinzessin Linden, und Prinz Baum, und die Königin und den König und alle anderen. Er beschäftigte sich nur noch mit seinem funkelnden und glitzernden Geburtstagsgeschenk.
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